Die Top 6 Geo-Naturparks in Deutschland 

Geoparks erzählen die Geschichte unserer Erde und laden zum Erkunden, Erleben und Verweilen ein. Landschaften, Höhlen, Felsformationen und Fossilienfunde gewähren dabei spannende Einblicke in die Vergangenheit. Quer durch Deutschland erstrecken sich derzeit 24 Geoparks*.  Sechs von ihnen wurden sogar von der UNESCO als Welterbe ausgezeichnet und unter besonderen Schutz gestellt:


1. UNESCO Naturpark Bergstraße-Odenwald ( 3.780 m2Baden Württemberg, Bayern, Hessen)

Zwischen Granit und Sandstein -  Kontinente in Bewegung 

Das Felsenmeer im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald ist ein besonderes Natur-Erlebnis

Unter dem Motto „Zwischen Granit und Sandstein – Kontinente in Bewegung“  bietet der drittgrößte UNESCO Naturpark Bergstraße-Odenwald  eine reizvolle Landschaft, in der über 500 Millionen Jahre wechselvoller Erdgeschichte lebendig und begreifbar werden. Zu den herausragenden Attraktionen im Geopark Bergstraße-Odenwald zählen das Europareservat Kühkopf-Knoblauchsaue, die UNESCO Welterbestätten Grube Messel und  Kloster Lorsch mit Freilichtlabor Lauresham, die Tropfsteinhöhle Buchen-Eberstadt und das  Felsenmeer im Lautertal.

• Mehr Infos:   Geo Naturpark Bergstraße-Odenwald 


2. Harz–Braunschweiger Land–Ostfalen (9.650 km², Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen)  

Deutschlands größter UNESCO Geopark ist reich an Wäldern, bizarren Felsen und Höhlen 

Die Steinkirche in Scharzfeld 

Der UNESCO-Geopark Harz · Braunschweiger Land · Ostfalen ist der größte UNESCO Park Deutschlands. Die Region ist reich an Wäldern, bizarren Felsen und natürlichen Höhlen und das Landschaftsbild ist abwechslungsreich. Da der Harz zahlreiche Bodenschätze enthält, blickt die Gegend auch auf eine über 6000 jährige Bergbaugeschichte zurück, welche die Region prägt. Die Attraktionen können selbstständig oder unter Anleitung von geschulten Geopark-Führern erkundet werden. Zu den Hauptzielen im Harz zählen der Brocken, er ist mit (1141,2m) der höchste Berg sowie der Bruchberg (927m). Bedeutende Höhlen wie die Baumannshöhle, Einhornhöhle und das HöhlenErlebnisZentrum Iberger Tropsteinhöhle. Außerdem Schaubergwerke mit Bergbaumuseen – allen voran die UNESCO Welterbestätte Erzbergwerk Rammelsberg. In der Nähe liegen außerdem die UNESCO-Weltkulturstätten Altstädte Goslar, Eisleben und Quedlinburg und das Wasserleitsystem Oberharzer Wasserwirtschaft Weitere Infos: www.harzregion.de
 

3. Schwäbische Alb (6.200 km², Baden-Württemberg)

Mit über 2800 Höhlen ist der UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb die höhlenreichste Region Europas 

Der Wackerstein ist einer der markantesten Felsen oberhalb Pfullingens im Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Die Schwäbische Alb ist mit unzähligen Höhlen, einmaligen Fossilienvorkommen sowie Vulkan- und Meteoritenkrater einzigartig. Entstanden in der Jurazeit vor zirka 200-150 Millionen Jahren zählt die Schwäbische Alb heute zu den vielseitigsten und spektakulärsten Geoparks. Durch die schützenden Höhlen und geologischen Rohstoffe wurde die Schwäbische Alb zur Wiege der menschlichen Kultur. In den Höhlen wurden die ältesten Kunstwerke (Venus von Hohle Fels und Löwenmensch) sowie die ältesten Musikinstrumente der Menschheit, entdeckt. Zwölf Schauhöhlen und zahlreiche Naturhöhlen ermöglichen Einblicke in die Erdgeschichte. Die bekannteste Höhlen sind die Wimsener Höhle, die Höhlen Erlebniswelt Giengen-Hürben und die Bärenhöhle. Ebenfalls albtypisch ist der Vulkanismus vor 12-15 Millionen Jahren, der zahrleiche Vulkanschlote, Krater, Moore, Thermal- und Mineralquellen hinterlassen hat. Der UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb betreut ein Netzwerk von 26 Infostellen, Schauhöhlen, Museen, Naturschutzzentren und Bildungseinrichtungen.  Natur-, Höhlen- und Landschaftsführer begleiten Besucher professionell den Highlights im Geopark www. Geopark-alb.de


4. TERRA.vita (1.560 km², Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen)


Der UNESCO Geopark TERRA.vita wurde als erster Naturpark in das UNESCO Geopark-Netz aufgenommen und bietet eine Reise durch 300 Millionen Jahre Zeitgeschichte. Das Gebiet umfasst den Teutoburger Wald und das Wiehengebirge. Die Hauptferienstraße "Osning-Route" verbindet auf 187 km Naturattraktionen, Bauwerke und Museen und andere Sehenswürdigkeiten. Zu den Highlights zählen: die Saurierfährten von Barkhausen, der Weserdurchbruch an der Porta Westfalica, das Besucherbergwerk Kleinenbremen, der Silberseestollen am Hüggel in Hasbergen, die Eiszeitlandschaft am Wacholderhain in Plaggenschale, das Museum Industriekultur in Osnabrück, das Museum am Schölerberg in Osnabrück mit der versteinerten Sigilaria Riesenwurzel und der zentralen Ausstellung TERRA.vision und viele andere. All diese Zeugnisse sind hautnah erlebbar. Weitere Infos: www.geopark-terravita.de

5. UNESCO Geopark Vulkaneifel (1.250 km2, Rheinland-Pfalz)

Von der Mosel bis zur belgischen Grenze erstreckt sich der Geopark rund um die Städte Daun, Hillesheim und Gerolstein.



Das bei Daun gelegene Schalkenmehrener Maar entstand vor rund 10.500 Jahren nach einer vulkanischen Dampfexplosion


Gewaltige Vulkanausbrüche schufen aus Feuer, glühender Lava, zähflüssigem Magma und Asche die Eifel. Erst vor ca. 13.000 Jahren rasten die letzten Glutlawinen und Ascheströme durch die Täler und hinterließen eine karge Mondlandschaft. Die gewaltigen Vulkanausbrüche in der Eifel prägten die Landschaft und das Leben der Menschen. Noch heute zeugen zahlreiche Maare, Schlackenkegel, meterdicke Tuff- und Bimswände sowie erkaltete Lavaströme von dieser heißen Entstehungsgeschichte. Eindrucksvoll machen Bergwerke, Stollen, Steinbrüche sowie Informationszentren und Museen die Entstehung der Landschaft sowie die Nutzung von Lava, Bims und Tuff von der Römerzeit bis heute erlebbar. 

Mehr Infos: Zeitreise durch die vulkanische Eifel

6. Muskauer Faltenbogen/Łuk Mużakowa (580 km², Brandenburg, Sachsen sowie Woiwodschaft Lubuskie in Polen)

Natur und Industriegeschichte im Einklang 

Eine Attraktion ist die Fahrt mit der Schmalspurbahn zu verschiedenen Highlights der Region (waldeisenbahn.de)

In der Eiszeit vor ca. 340.000 Jahren zerdrückte ein gewaltiger Gletscher durch seine Last einen Landstrich bei Bad Muskau und formte das Landschaftsbild des deutsch-polnischen Geoparks in der Form, dass eine hufeisenförmige Stauchenmoräne entstand. Diese wiederum brachte Braunkohle, Sand und Ton an die Oberfläche und so wurde die Grundlage für die industrielle Entwicklung im 19. Jh. gelegt. Es entstanden Braunkohlengruben, Glasfabriken, Ziegeleien, ein Steinzeugwerk und eine Eisenhütte Heute ist der Muskauer Faltenbogen eine waldreiche Landschaft voller Gewässer. Besonders beeindruckend sind die rund 400 Seen, die sich dicht an dicht über hunderte von Metern erstrecken und in allen Farben schimmern. Viele Rad- und Wanderwege vermitteln auf ihren Routen Wissenswertes zur Geschichte und Entwicklung der Region. Eine besondere Attraktion ist eine Fahrt mit der Schmalspurbahn. Ein Besuchermagnet ist der UNESCO Weltkulturerbe Fürst Pückler Park. Die 830 Hektar umfassende Anlage mit künstlichen Wasserläufen wurde zwischen 1815 und 1845 nach den Plänen des Reiseschriftstellers Hermann Fürst von Pückler-Muskau angelegt. Weitere Infos: www.muskauer-faltenbogen.de


Das sind alle Nationalen Geoparks in Deutschland (Quelle: Stand 2021):
GeoPark Bayern-Böhmen, GeoPark Grenzwelten, GeoPark Harz . Braunschweiger-Land . Ostfalen, GeoPark Inselsberg - Drei Gleichen,GeoPark Kyffhäuser,GeoPark Laacher See GeoPark Muskauer Faltenbogen,GeoPark Porphyrland. Steinreich in Sachsen• GeoPark Ries , GeoPark Ruhrgebiet, GeoPark Schieferland GeoPark Schwäbische Alb GeoPark TERRA.vita, GeoPark Vulkaneifel, Geopark Vulkanregion Vogelsberg Geopark Westerwald-Lahn-Taunus und weitere noch)ohne Zertifizierung als Nationaler GeoPark: Nordisches Steinreich , Mecklenburgische Eiszeitlandschaft, Eiszeitland am Oderrand Saale-Unstrut-Triasland Sachsens Mitte Emsland Vogtland (*Quelle:nationaler-geopark.de)

Hintergrund 
Das Prädikat UNESCO Geopark wird weltweit von der der UNESCO verliehen.  Damit ist ein großes Potential, aber auch eine große Verantwortung verbunden. Ausgehend von der Erd- und Menschheitsgeschichte stellen sie sich mit ganzheitlichen Konzepten zu Bildung, Schutz und nachhaltiger Entwicklung den gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart. Dazu zählen Klimawandel und die Endlichkeit natürlicher (insbesondere geologischer) Ressourcen. UNESCO-Geoparks gestalten tragfähige Zukunftsoptionen in ihrer Region.;EGN (European Geoparks Network)


Werbung