Burgensteig: Kleine Wanderung mit vielen Eindrücken rund um Seeheim-Jugenheim 

An der Bergstraße gibt es jede Menge Burgen und Burgruinen, die auf dem Burgensteig Bergstraße miteinander verbunden sind. Auf der Suche nach kurzen, schönen Wanderungen mit viel Abwechslung, haben wir uns aufgemacht, den Burgensteig zu erkunden.

2. Etappe Burgensteig Bergstraße
Burg Tannenberg - Schloss Heiligenberg 

Rundweg 7,5 Kilometer 

Werbung, unbeauftragt! Bei diesem Text handelt es sich um einen redaktionellen Beitrag, der unbeabsichtigt durchaus eine werbende Wirkung beim Leser haben könnte, ohne dass wir dafür beauftragt wurden!

Wanderung auf dem Burgensteig Bergstrasse zur Burg Tannenberg Seeheim

Die Burgruinen Tannenberg

Unser erstes Ziel ist die Burg Tannenberg. Viel übrig geblieben ist von der einst trutzigen Burg zwar nicht, aber engagierte Helfer des Heimat- und Verschönerungsvereins Seeheim verhalfen der Burgruine zu neuem Glanz und machten sie damit zu einem beliebten Ausflugsziel an der Bergstraße mit fantastischem Ausblick und schönen Picknickplätzen.

Sophienhütte auf der Burgensteig Wanderung zur Burg Tannenberg.

Die Burgruine Tannenberg liegt auf 335 Meter Höhe über Seeheim-Jugenheim. Der offizielle Burgensteig Bergstraße führt über den"LangenBerg", vorbei am „Lufthansa Centrum“ (einem Koloss in der Landschaft). Wer sich den ersten Anstieg ersparen möchte, parkt gleich hier oben auf dem Wanderparkplatz. Wir starten vom unteren Parkplatz an der Ober-Beerbacher-Straße und gehen auf naturbelassenen Pfaden quer durch den Wald und genießen das frische Grün der Buchen und die ersten Sonnenstrahlen, die durch die Baumkronen dringen.

 Quer durch den Wald zur Burg Tannenberg  

Der kurze Aufstieg hat es in sich, birgt aber auch kleine Überraschungen. So taucht plötzlich, wie im Märchenwald, zwischen den Bäumen eine Hütte auf. Es ist die Sophien Hütte, die leider geschlossen ist. Oder eine nachgebebaute Zugbrücke, die mitten im Wald über einen Graben zur Burg führt.

Burg Tannenberg Zugbrücke, Kanonenkugel und Modell

Eine nachgebaute Zugbrücke führt zur Burg Tannenberg

Burg Tannenberg war einmal eine imposante Burg mit Wachtürmen, hohen Mauern, Zisterne, Wall- und Grabensystem. Sie wurde wahrscheinlich 1210, als Burg Seeheim, erbaut und aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage auf der Bergkuppe, im Laufe der Zeit erweitert. Eine Vorstellung, wie die Burg einmal aussah, vermittelt ein Modell, das sich im Seeheimer Heimatmuseum befindet

Im 14.Jahrhundert war die Burg gefürchteter Sitz von Raubrittern, bis sie 1399 durch erste Feuerwaffen in Schutt und Asche gelegt wurde. Steinkugeln in der Ruine zeugen heute noch davon. Außerdem wurde bei Ausgrabungen eine der ersten Handfeuerwaffen der Welt, die berühmte Tannenberger Handbüchse gefunden, die sich jetzt im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg befindet.

Ausblick von Burg Tannenberg_Bergstrasse

Gegen einen Obolus gibt es einen Fernblick vom Burgturm aus. Die Aussicht ist fantastisch und reicht weit über Seeheim-Jugenheim hinaus bis nach Rheinland-Pfalz, Rhein-Hessen und in den Taunus.

Über Berg und Tal 
von der Burg Tannenberg zum Schloss Heiligenberg 

Ist der Aufstieg geschafft und die Burgruine inklusive Aussicht erkundet, führt der Burgenweg teils auf Waldwegen, teils auf geschotterten Wegen bergab ins Stettbacher Tal und von dort aus wieder bergauf, bis zum Schloss Heiligenberg. Wegmarkierungen mit der blauen Burg weisen die Richtung.

Sophienhütte auf der Wanderung Burgensteig Bergstrasse

An der Alexanderhöhe steht eine Schutzhütte, die sich leider in keinem guten Zustand befindet. Manchmal sind es dann aber die kleinen, unerwarteten Ereignisse, wie ein plötzlich auftauchendes Krokodil im Wald, die uns umso mehr erfreuen.

Unterwegs auf dem Burgensteig Bergstrasse erlebt man die eine oder andere Überraschung
 

Willkommen auf Schloss Heiligenberg   

Schloss Heiligenberg ist ein bezauberndes, kleines Schloss, das im 19. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte und gerne in einem Atemzug mit dem Russischen Zarenpaar und dem englischen Königshaus genannt wird. Heute kann man auf Schloss Heiligenberg Kaffeetrinken, Veranstaltungen genießen und Heiraten.

Schloss Heiligenberg, eine Sehenswürdigkeit auf dem Burgensteig Bergstrasse

Was hat der Zar und das Britische Königshaus mit  Schloss Heiligenberg zu tun?

Der Reihe nach: Großherzogin Wilhelmine, Gemahlin von Ludwig II, erwarb 1827 das ehemalige Landgut und ließ es im klassizistischen Stil als Sommersitz umbauen. Mit ihren Kindern Alexander und Marie verlebte sie hier die Sommermonate. Ihre Tochter Marie heiratete 1841 den späteren Zaren von Russland, Alexander II. Das Zarenpaar verbrachte die Sommermonate häufig auf Schloss Heiligenberg und so wurde das Zarenreich gelegentlich von Jugenheim aus regiert. Zuweilen hielten auch hochkarätige Staatsmänner wie Kaiser Wilhelm oder Otto Fürst von Bismarck Einzug ins Schloss.

Sohn Alexander wiederum ehelichte die Hofdame seiner Schwester, Julie von Haucke. Jedoch galt diese Hochzeit als nicht standesgemäß, weshalb Julie kurzerhand zur Prinzessin von Battenberg erhoben wurde. Die Vermählten lebten auf Schloss Heiligenberg. Ihre Nachkommen trugen die Titel Prinz*essinnen von Battenberg (Mountbatten) und sind durch Eheschließungen mit vielen europäischen Adelshäusern verbunden, an prominentester Stelle ist das englische Königshaus „Windsor-Mountbatten“ zu nennen. (Prinz Philipp, Gemahl der englischen Königin und Großvater der Prinzen William und Harry, war der Urenkel von Alexander).

Schloss Heiligenberg: auf der Terrasse des Cafés die Aussicht genießen

Von Innen kann das Schloss nicht besichtigt werden, denn die Räumlichkeiten werden Großteils als Verwaltungs- und Konferenzzimmer genutzt. Aber es gibt einen wunderschönen, stuckverzierten Gartensalon für kulturelle Veranstaltungen, ein Trauzimmer für Hochzeiten und ein Café mit stilvollem Ambiente und Terrasse. Im Sommer ist es herrlich, im Schatten unter den alten Bäumen zu sitzen und die Fernsicht zu genießen.

Auf den Spuren der Geschichte
Ein Spaziergang durch den Garten
von Schloss Heiligenberg 

Nicht nur das Schloss ist sehenswert auch der Schlosspark. Wie bereits erwähnt, ließ Großherzogin Wilhelmine den Schlosspark als englischen Landschaftsgarten anlegen. Das war damals en vogue und bedeutet, dass die Natur im Vordergrund stehen sollte. Der Garten sollte nahtlos in die Umgebung übergehen, dennoch ein eigenes Kunstwerk mit exotischen Gewächsen sein und viel freie Sicht bieten. Und natürlich durften auch romantische Elemente wie ein Schlossteich oder ein Laubengang (Liebespfad) nicht fehlen.

Badehäuschen Schloss Heiligenberg

Schon früher wusste man ein erfrischendes Bad zu schätzen, und so wurde ein Schwimmbecken nebst Badehäuschen für die Familie Battenberg und die Zaren errichtet.

Wer dem Geschichtspfad folgt, wird noch mehr Historisches entdecken. Der Weg führt an zwanzig Stationen vorbei, unter anderem am Russenhaus, in dem der Hofstaat des Zaren untergebracht war, und in dem sich heute ein Informationszentrum mit einer kleinen Ausstellung befindet. Aber auch das Prinzessinenhäuschen, das Rehhäuschen, das Badehäuschen oder die Gärtnervilla gehören zu den Sehenswürdigkeiten.

Klosterruine im Schlosspark von Schloss Heiligenberg Jugenheim


In der Nähe des Schlossteichs liegt die Klosterruine und der Kreuzgarten. Die Klosterruine ist aber keine echte Ruine, sondern ein Nachbau, der im Zuge der Parkgestaltung auf dem Fundament eines mittelalterlichen Nonnenklosters errichtet wurde. Direkt daneben fällt die riesige, über 300 Jahre alte „Zentlinde“ ins Auge. Auf der Infotafel lesen wir, dass einst das Zentgericht unter dieser Linde tagte und die Verhandlungen immer vormittags stattfanden, da ein Eid nur bis zwölf Uhr mittags abgenommen werden durfte.

Goldenes Kreuz, Klostergarten mit  Mausoleum Schloss Heiligenberg Jugenheim

Der Kreuzgarten mit dem Goldenen Kreuz und der Gedächtniskapelle ist die letzte Ruhestätte von Prinz Alexander und Prinzessin Julie. Die beiden ruhen in der Gruft vor dem Goldenen Kreuz. Auf der Grabstätte befindet sich außerdem ein Gedenkstein für deren Enkel Louis, der einem Attentat der IRA zum Opfer fiel. Das von weitem sichtbare Goldene Kreuz wurde zum Andenken an die Großherzogin Wilhelmine (1788-1836) errichtet, die auf der Rosenhöhe ihre letzte Ruhe fand.

  

Blick auf die Bergkirche Jugenheim Bergstrasse


Erfüllt von so vielen historischen Eindrücken treten wir den Rückweg an. Unterhalb der Bergkirche nehmen wir den Blütenweg, schlendern ein in Stück durchs Wohngebiet, um dann am Feldrand entlang wieder nach Seeheim zu kommen. Am Ende der Zeppelinstraße geht´s einige Stufen hinauf in den Wald.  Dann führt der Weg über den schönen Goldschmidtspark, vorbei an der Elsbachmühle zurück zum Parkplatz.
 

Geheimtipp: Elsbachmühle bei Seeheim-Jugenheim

Die Elsbachmühle ist eine liebevoll gestaltete Miniatur-Anlage mit Wasserfall. Sie wurde 1967 zur Erinnerung an die Wassermühlen im Ober-Beerbacher-Tal geschaffen. 
 

Nützliche Hinweise 

Burgensteig:  Der
 „Burgensteig Bergstraße“ ist mit dem Symbol einer blauen Burg auf weißem Grund gekennzeichnet. Er ist steiler und anspruchsvoller als der Blütenweg und erfordert mehr Kondition. 
 Blütenweg: Dieser Wanderweg verläuft auf halber Höhe unterhalb des Burgensteigs, ist mit einem gelben „B“ markiert und bietet sich in Kombination mit dem Burgensteig für eine Rundwanderung an
Burg Tannenberg: der Eintritt zur Burgruine ist frei. Es gibt Picknickplätze
 Schloss Heiligenberg und Schlosspark: Frei zugänglich 
Öffnungszeiten Café: unregelmäßig
 1. Etappe Burgensteig: Burg Frankenstein - Seeheim-Jugenheim 


Diese Angaben sind ohne Gewähr 

GPX Download : Wanderung Burgensteig Seeheim-Jugenheim


Werbung