Wir lieben Holland: weite Strände, zauberhafte Gärten, romantische Ortschaften und ein Klima, das es ermöglicht, auch im Sommer aktiv zu sein.
Unsere ersten Hollanderfahrungen sammelten wir in Zeeland. Damals waren die Kinder noch klein und wir mit dem Campingbus unterwegs. Die weißen Sandstrände, die fantastischen Radwege, die kleinen Orte und die weitläufigen Campingplätze haben uns schon seinerzeit fasziniert. Doch irgendwann entdeckten wir den Norden – und hier gefällt es uns noch besser. Warum? Weil hier endlose Strände und die höchsten Dünen des Landes auf charmante Künstlerdörfer treffen und wir von Schoorl aus wirklich alles mit dem Fahrrad erreichen konnten.
Unser Rad-Paradies in Holland:
Alles ab Schoorl erreichbar

In Schoorl haben wir das Auto eigentlich kaum bewegt. Es ist der perfekte Ausgangspunkt für Sternfahrten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Egal ob Kultur, Geschichte oder Natur pur – alles ist mit dem Rad erreichbar:
- Traumstrände: Über Dünenwege direkt nach Bergen aan Zee (10 km), Egmond (15 km) oder zu unserem Favoriten Hargen aan Zee.
- Stadt & Grachten: Das historische Alkmaar (12 km) ist nur eine entspannte Radtour entfernt – perfekt für eine Kanalfahrt.
- Holländische Idylle: Schnuckelige Orte wie Hoorn (33 km), das berühmte Volendam (45km) oder die Windmühlen an der Zaanse Schans (35km) lassen sich wunderbar erkunden.
- Rad-Paradies: Erstklassige Wege durch die Natur, die dank des einfachen Knotensystems (Punktesystem) perfekt beschildert sind.
- Bus & Bahn: Wenn das Rad mal Pause hat: Schnell und unkompliziert ist man z. B. mitten in Amsterdam.
Die höchsten Dünen Hollands &
die legendäre Kletterdüne liegen in Schoorl
In Schoorl haben wir eine Kombination gefunden, die für uns unschlagbar ist. Hier gibt es nicht nur Strand, sondern die höchsten und schönsten Dünen der Niederlande. Wer einmal hier unterwegs war, weiß was ich meine.

Die Klimduin (Kletterdüne)
Was Schoorl so einzigartig macht, ist die Natur, die direkt im Dorf beginnt. Die Dünen sind bis zu 54 Meter hoch und bilden das breiteste Dünengebiet des Landes. Mitten im Ortskern wartet das Wahrzeichen: die Klimduin. Es ist ein herrlicher Spaß, den steilen Sandhang zu erklimmen, oben die weite Aussicht zu genießen – und dann im Vollsprint wieder hinunterzusausen. Ein echtes Highlight für jedes Alter, das wir uns natürlich nicht haben entgehen lassen
Wandern in den Dünenwäldern
Wer es ruhiger mag, taucht in das riesige Wegenetz der Dünenlandschaft ein - zu Fuß oder mit dem Rad.

Wer denkt, in Holland gäbe es nur flaches Land, wird hier eines Besseren belehrt. Kiefernwälder ziehen sich über die Hügel und bieten an heißen Tagen angenehmen Schatten. Beim Spaziergang auf dem weichen Sandboden vergisst man fast, dass das Meer nur einen Katzensprung entfernt ist. In meiner Bildergalerie bekommt ihr einen Eindruck von dieser faszinierenden Landschaft, die zu jeder Tageszeit ein anderes Licht spielt.
Mit dem Rad durch die
Dünen bis zum Meer
Das ist für uns das ultimative Holland-Gefühl: Die Wege sind so gut angelegt, dass man fast von alleine rollt (auch für Bike-Radler geeignet). Hinter jeder Kurve wartet ein neuer Blick auf die faszinierende Heidelandschaft, bis man schließlich am Horizont das erste Mal die Nordsee blitzen sieht. Für uns ist ess ist der schönste Weg, um zu unserem Lieblingsstrand zu gelangen.

Tipp: Das Buitencentrum Schoorlse Duinen (Oorsprongweg) ist der perfekte Startpunkt für Kartenmaterial, Mountainbike-Routen und Infos für Hundebesitzer.
Endlose Weite
Unser Lieblingsstrand Hargen aan Zee
Während uns der Trubel in Bergen aan Zee oder Egmond nicht so zusagt, ist Hargen unser absoluter Favorit. Hier findet man keine riesigen Hotelburgen, sondern feinen Sandstrand, gemütliche Strandpavillions und das Meer. Die Strände sind hier aufgeteilt: Am Sportstrand schaut man stundenlang Kitesurfern und Paragleidern zu oder lässt selbst Drachen steigen, während man am Familienstrand viel Platz zum Buddeln und seine Ruhe hat.

Es gibt nichts Schöneres, als mit den Füßen im Sand bei einem Kaltgetränk den Sonnenuntergang zu beobachten.
Alkmaar:
Käse, Grachten und Kapitän-Gefühle
Wenn uns der Sinn nach ein bisschen Stadtleben steht, führt unser Weg immer nach Alkmaar. Die Stadt ist ein Labyrinth aus Giebelhäusern und Kanälen. Besonders charmant sind die 'Altstadtwinkel' – die kleinen Boutiquen und Kunsthandwerksläden, die sich in den schmalen Seitengassen verstecken findet man immer etwas zum Mitnehmen. Auf den großen Plätzen rund um das Waaggebouw laden unzählige Cafés und Restaurants zum Verweilen ein.
Das Herz der Stadt: Das Waaggebouw, wo seit Jahrhunderten der berühmte Käse gewogen wird.
Der Klassiker: Ein Besuch auf dem Käsemarkt

Man kommt an ihm nicht vorbei: Der traditionelle Käsemarkt auf dem Waagplein ist ein echtes Spektakel. Auch wenn es touristisch zugeht, ist es faszinierend zu sehen, wie die "Kaasdrager" (Käseträger) in ihren weißen Trachten und bunten Hüten die schweren Käselaibe auf Holztragen über den Platz balancieren. Das lautstarke Feilschen versetzt einen direkt ein paar Jahrhunderte zurück.
Unser Highlight: Kapitän auf Zeit (Sloep fahren)

Das absolute Highlight eines jeden Alkmaar-Besuchs ist für uns jedoch die Perspektive vom Wasser aus. Statt einer großen Rundfahrt haben wir uns ein kleines Elektroboot (eine sogenannte Sloep) geliehen. Ohne Bootsführerschein und völlig lautlos gleitet man durch die Kanäle. Man sieht Details – wie prachtvolle Hausboote und gemütliche Caféterrassen direkt am Wasser – die einem zu Fuß völlig entgehen würden.

Achtung, Kopf einziehen! Alkmaar ist berühmt für seine extrem niedrigen Brücken. Es gehört zum Abenteuer dazu, sich im Boot fast flach hinzulegen, um unter den alten Steinbögen hindurchzuflutschen.
Tipp: Packt euch eine Tasche mit holländischen Leckereien und Getränken ein. Ein Picknick auf dem eigenen Boot mitten in den Grachten ist Entspannung pur.
Windmühlen-Idylle
& "schnuckelige" Orte
Wenn man an Holland denkt, hat man sofort ein Bild im Kopf: Mächtige Windmühlen, die ihre Flügel in den weiten Himmel recken. Wer von Schoorl aus die Route Richtung Südosten einschlägt, landet in einer Welt, die direkt aus einem Gemälde des 17. Jahrhunderts stammen könnte: dem Freilichtmuseum Zaanse Schans.

Schon von Weitem sieht man die historischen Mühlen am Ufer der Zaan. Es ist beeindruckend zu sehen, wie diese hölzernen Riesen früher als Kraftwerke für die Industrie dienten – zum Sägen von Holz, Mahlen von Gewürzen oder zur Ölherstellung.
Das Museum ist eigentlich ein bewohntes Viertel. Zwischen den grünen Holzhäuschen mit ihren weißen Giebeln fühlt man sich wie in einer anderen Zeit. Man kann zusehen, wie Klumpen (Holzschuhe) geschnitzt werden oder in der historischen Bäckerei den Duft von frischem Brot genießen.

Handwerk live: Zwischen den grünen Holzhäuschen kann man zusehen, wie Klumpen (Holzschuhe) geschnitzt werden oder in der historischen Bäckerei den Duft von frischem Brot genießen.

Tipp: Wenn ihr Zeit habt, besucht eine der Mühlen von innen. Das Knarren des alten Gebälks und die riesigen Zahnräder in Aktion zu sehen, ist nicht nur für Technikfans ein Erlebnis!
Kleine Orte mit Charme
Die Region bietet eine unglaubliche Vielfalt an kleinen Orten, die alle perfekt mit dem Rad erreichbar sind. Das schöne ist, dass der Weg dorthin das eigentliche Highlight ist: Es geht durch die typische Polderlandschaft, vorbei an blühenden Gärten, zahllosen Kanälen, kleinen Zugbrücken und schwarz-bunten Kühen auf saftigen Wiesen. Das ist „Postkarten-Holland“, genau wie man es sich vorstellt.

Blick auf den Hafen von Hoorn mit dem historischen Hoofdtoren, einem alten Segelschiff am Kai und typisch niederländischen Giebelhäusern im Hintergrund
Hier hat es uns am besten gefallen:
- Bergen (5 km): Ein schicker Künstlerort mit Boutiquen, Alleen und wunderschönen Häusern – perfekt für einen Stopp.
- Hoorn (33 km): Eine stolze Hafenstadt. Man sitzt dort wunderbar an der Kaimauer und beobachtet historische Segelschiffe. Der „Roode Steen“ Marktplatz ist umringt von prächtigen Gebäuden wie der alten Stadtwaage.
- Edam (45 km): Eine wahre Puppenstuben-Idylle! Wir lieben es, über die kleinen Zugbrücken zu spazieren und die perfekt gepflegten Giebelhäuser zu bewundern. Im Sommer gibt es auch hier einen kleinen, sehr intimen Käsemarkt.
- Volendam (45 km): Der wohl bekannteste Fischerort. Ein Spaziergang über den "Deich" mit seinen bunten Holzhäusern gehört einfach dazu, auch wenn es hier etwas trubeliger zugeht.
Unser Fazit
Das Beste sind nicht nur die Ziele, sondern die Radwege dazwischen. Schoorl ist für uns die perfekte Basis für alle, die das "echte" Holland aktiv entdecken wollen.
Typisch Holland: Wenn die Brücke aufgeht, wartet man gerne mit Blick auf die Windmühle.
Unser treuer Begleiter: Mit dem Rad direkt am Kanal entlang.
Architektur-Highlight: Dieses Haus mit seiner Mosaik-Fassade ist ein echter Hingucker.
Wohnen wie im Märchen: Ein ausgefallenes Holzhaus am Wasser.
Gemütlichkeit pur: Ein klassisches Reetdachhaus in der Region.
Natur pur: Begegnung mit den Konik-Wildpferden.
Lust auf noch mehr Holland?
Wer den Charme der Grachten liebt, aber noch weiter in den Süden möchte, sollte sich unseren Artikel über Rotterdam und Delft ansehen. Dort zeigen wir euch, wie sich historische Architektur und moderne Hafen-Metropole perfekt ergänzen.