Roadtrip zum Gardasee – eine entspannte Woche in Garda und schöne Stopps unterwegs
Unsere Reise führte uns diesmal nicht auf direktem Weg an den Gardasee. Wir machten Zwischenstopps in Badenweiler, Zürich, Viggiù und Bergamo. Eine Woche verbrachten wir anschließend ganz entspannt in Garda, bevor es über Verona, Sterzing und Ravensburg wieder nach Hause ging.
Der Weg ist das Ziel - entspannter Zwischenstopp in Badenweiler
Nach der Devise „Der Weg ist das Ziel“ haben wir uns bereits auf der Fahrt zum Gardasee Zeit gelassen. Statt die lange Strecke an einem Tag zurückzulegen, wollten wir unterwegs noch etwas erleben. Nach einem kurzen Aufenthalt in Freiburg ging es weiter ins Markgräflerland – genauer gesagt nach Badenweiler, einem charmanten Kurort, den wir bereits von einem früheren Aufenthalt kannten.
Badenweiler im Markgräflerland - unser Zwischenstopp auf dem Weg nach Zürich
Badenweiler war für uns der ideale Zwischenstopp: Wir wollten uns am nächsten Tag Zürich ansehen, aber nicht direkt dort übernachten, weil die Preise dort deutlich höher sind. So konnten wir noch entspannt Zeit in Badenweiler verbringen. Wir übernachteten in der Villa Rosenhof – einem außergewöhnlichen, individuellen Hotel, das mit viel Herzblut geführt wird und in dem wir uns sofort wohlfühlten.
Liebevoll angerichtetes Frühstück in der Villa Rosenhof - ein schöner Start in den Tag
Zürich - vier Stunden für einen ersten Eindruck
Wir hatten kein Sight-Seeing-Programm für Zürich, sondern wollten einfach die Stadt auf uns wirken lassen – durch die Straßen schlendern und die besondere Lage am See genießen.
Blick auf Zürich mit der Limmat, der Altstadt und den markanten Kirchtürmen.
Wir parkten direkt in der Innenstadt und schlenderten über die elegante Bahnhofstrasse. Die exklusive Einkaufsmeile verbindet den Hauptbahnhof mit dem Zürichsee. Hier reiht sich ein Luxusgeschäft an das nächste – von internationalen Modedesignern über feine Juweliere bis hin zu renommierten Schweizer Uhrenhäuser - ein erster Eindruck vom mondänen Zürich.
Das prachtvolle Opernhaus am Sechseläutenplatz
Über die Quaibrücke führte unser Weg weiter in die Zürcher Altstadt mit ihren verwinkelten Gassen und historischen Häusern. Besonders gut gefiel uns die Predigergasse, eine Handwerksgasse mit kleinen Läden und Werkstätten. Überhaupt konnten wir uns an den architektonischen Juwelen Zürichs kaum sattsehen: Vom Ausstellungspavillon von Le Corbusier über historische Altstadthäuser bis hin zu prachtvollen Gebäuden wie dem Opernhaus am Zürichsee gab es immer wieder etwas zu entdecken. Zum Schluß ging es noch hinauf zum Lindenhof, Zürichs historischer Hügel mitten in der Stadt. Von hier bietet sich ein schöner Blick über die Altstadt und die Limmat – der perfekte Ort, um den kurzen Zürich-Besuch entspannt ausklingen zu lassen.
Bummel durch die historischen Gassen der Zürcher Altstadt
Wir waren etwa vier Stunden in Zürich unterwegs. Natürlich konnten wir in dieser Zeit nur einen ersten Eindruck gewinnen, aber die Stadt hat uns absolut begeistert. Besonders schön fanden wir die Mischung aus urbanem Leben und der direkten Nähe zum Zürichsee. Bei unserem nächsten Besuch möchten wir etwas mehr Zeit in Zürich verbringen.
Viggiù – ein Wiedersehen mit italienischem Dolce Vita
Wie schon auf unserer Reise durch die Marken und Umbrien entschieden wir uns auch diesmal für eine Zwischenübernachtung in Viggiù, einem kleinen Ort unweit der Schweizer Grenze. Der Ort hatte uns bereits damals mit seiner authentischen Atmosphäre gefallen. So genossen wir den lauschigen Abend auf der kleinen Piazza bei einem Aperitivo, bevor es am nächsten Morgen für uns weiterging Richtung Bergamo.
Aperitivo in Viggiù
Bergamo – unser spontaner Stopp auf dem Weg zum Gardasee
Eigentlich war der Besuch von Bergamo gar nicht geplant. Wir wollten lediglich unseren Sohn am Flughafen abholen, um von dort aus gemeinsam weiter zum Gardasee zu fahren. Da wir jedoch genügend Zeit hatten, beschlossen wir spontan einen Abstecher in die Stadt zu machen. Warum wir Bergamo bei unseren zahlreichen Italien-Reisen bisher noch nie besucht hatten, ist uns im Nachhinein fast ein Rätsel. Die Stadt hat uns auf Anhieb gut gefallen und ist definitiv einen Besuch wert.
Blick von der Città Alta über Bergamo bis zu den Bergen der Lombardei
Bergamo besteht aus der modernen Città Bassa, der Unterstadt, und der historischen Città Alta, der Oberstadt. Beide Stadtteile sind durch eine Standseilbahn miteinander verbunden. Die Cittá Alta liegt auf einem Hügel und wird komplett von einer imposanten Stadtmauer umschlossen. Die mehr als sechs Kilometer lange Befestigungsanlage gehört seit 2017 zum UNESCO-Welterbe.
Die Piazza Vecchia mit dem prachtvollen Palazzo Nuovo in Bergamo Alta
Wir machten uns zu Fuß auf den Weg nach oben, bummelten durch die engen Gassen und gelangten schließlich zur Piazza Duomo. Rund um diesen historischen Platz liegen einige der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Bergamos dicht beieinander: die Kathedrale Sant’Alessandro, die prachtvolle Basilika Santa Maria Maggiore, die kunstvoll gestaltete Colleoni-Kapelle und das Baptisterium.
Die reich verzierte Cappella Colleoni neben der Basilica di Santa Maria Maggiore in Bergamos Oberstadt
Schon das gesamte Ensemble hat uns beeindruckt. Doch dann begann vor der Kathedrale eine Opernsängerin italienische Lieder zu singen. Die historische Kulisse, die besondere Stimmung und dazu diese glasklare Stimme – das war einfach großartig und einer dieser Momente, die man einfach nicht planen kann.
Garda - eine Woche ganz entspannt am Gardasee
Wir waren schon unzählige Male am Gardasee und kannten viele seiner Ecken: die charmanten kleinen Orte mit ihren verwinkelten Gassen, die lebendigen Uferpromenaden und dieses ganz besondere italienische Lebensgefühl. Wir lieben diese Gegend, doch diesmal wollten wir es bewusst gemütlich angehen lassen – ohne Ausflugsprogramm und vor allem ohne ständige Fahrerei.
Blick auf den Gardasee von unserer Terrasse
Unsere Ferienwohnung lag in Garda, in einer kleinen, ruhigen Anlage mit Pool und Seeblick. Ende September hatten wir perfektes Wetter: Die Tage
waren angenehm warm, der See lud zum Schwimmen ein und wir konnten morgens und abends noch draußen sitzen.
Unsere schönsten Erlebnisse am Gardasee
Ganz ohne Unternehmungen ging es dann natürlich doch nicht, aber diesmal ließen wir uns treiben und haben dennoch viel unternommen.
Immer wieder öffnen sich am Ufer von Garda schöne Ausblicke auf den See
Mit dem Motorboot über den Gardasee
Ein besonderes Highlight war unsere Bootstour auf dem Gardasee. Wir mieteten ein führerscheinfreies Motorboot (bis 40 PS), blieben damit aber entspannt in der Nähe von Garda und Bardolino.
Vom Boot aus zeigt sich die Punta San Vigilio mit ihren Zypressen und historischen Gebäuden besonders schön
Für uns war es ein kleines Abenteuer, selbst mit dem Motorboot über den See zu fahren und zwischendurch auch einmal etwas Gas zu geben. Die Uferpromenaden und die Landschaft wirken vom Wasser aus noch einmal ganz anders - auch wenn der Spaß natürlich seinen Preis hat. Ein Boot zu mieten, geht durchaus ins Geld.
Wanderung auf den Rocca di Garda
Am Gardasee gibt es unzählige Möglichkeiten zum Wandern. Besonders schön finden wir die Wege, die immer wieder den Blick auf den See freigeben. Eine gute Übersicht über verschiedene Wanderwege bietet zum Beispiel die offizielle Tourismusplattform Visit Garda.
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Olivenbäume, Oleander und der Gardasee - Ausblick bei der Wanderung auf die Rocca die Garda
Von Garda aus entschieden wir uns für eine rund 7 Kilometer lange Tour auf die Rocca di Garda. Die Wanderung wird oft als leicht beschrieben – unsere Erfahrung war allerdings eine andere. Der Weg führte über längere Strecken stetig bergauf, teilweise über steinige und geröllige Passagen.
Ein ruhiger Ort oberhalb von Garda: das Eremo di San Giorgio
Unterwegs kamen wir an der Madonna del Pign vorbei, einer großen Marienstatue oberhalb von Garda. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aus Dankbarkeit für die Verschonung der Stadt errichtet. Wenig später erreichten wir das Eremo di San Giorgio, eine Einsiedelei der Benediktiner-Kamaldulenser inmitten von Olivenhainen. Von dort ging es weiter hinauf zur Rocca, wo wir mit einem fantastischen Panoramablick belohnt wurden.
Schwimmen im See – Abkühlung im Spätsommer
Eigentlich war mir der Gardasee zum Schwimmen bisher immer etwas zu kalt. Aber nach dem heißen Sommer waren die Wassertemperaturen so angenehm, dass sogar ich ins Wasser ging. Wichtig zu wissen: Da es fast nur Kiesstrände gibt, sind Badeschuhe empfehlenswert. Außerdem sind viele Strandabschnitte privat oder nur gegen Gebühr zugänglich, aber etwas nördlich der Promenade gibt es einen kleinen öffentlichen Strand.
Eine besonders schöne Badestelle am Gardasee bei Punta San Vigilio
Auf der Halbinsel San Vigilio entdeckten wir den Riviera Beach Club - eine gepflegte und grosszügige Anlage inmitten von Olivenbäumen. Hier kann man entspannt an der Beachbar sitzen und das mediterrane Ambiente genießen. Wer dort baden möchte, muss allerdings einen Liegestuhl mieten.
Garda und Bardolino - einfach treiben lassen
Viel mehr brauchten wir in dieser Woche eigentlich gar nicht. Wir bummelten durch die Gassen von Garda und Bardolino, schauten in die kleinen Geschäfte, kehrten hier und da ein und genossen den Seeblick.
Am kleinen Hafen von Garda reihen sich Boote, Cafés und Restaurant entlang der Uferpromenade
Und auch am Abend wurde es in Garda nicht langweilig. Mehrmals in der Woche gab es musikalische Aufführungen unter freiem Himmel - italienische Urlaubsstimmung pur.
Bunte Häuser, kleine Geschäfte und Eisdielen prägen die Gassen in der Altstadt von Garda
Verona: drei Stunden reichen nicht aus
Auf dem Weg vom Gardasee nach Sterzing machten wir noch einen kleinen Umweg nach Verona. Drei Stunden hatten wir uns vorgenommen – viel zu wenig, wie wir schnell merkten.
Das historische Stadttor Porta Borsari mit Blick auf die Altstadt von Verona
Wir schlenderten durch die Altstadt, bewunderten die Arena di Verona, betrachteten die Stadt vom Torre dei Lamberti (368 Stufen) und ließen uns einfach treiben.
Der Aufstieg auf den Torre dei Lamberti wird mit einem tollen Ausblick auf Verona belohnt
Für einen ersten Eindruck war unser kurzer Aufenthalt perfekt – für mehr allerdings viel zu kurz. Eines steht für uns fest: Wir möchtenn einmal zwei oder drei Tage in Verona bleiben, die Stadt in aller Ruhe erkunden und natürlich auch einmal eine Opernaufführung in der Arena erleben. Für diesmal ging es nach unserem kurzen Verona-Abstecher weiter Richtung Sterzing – und damit zum letzten Teil unserer Reise.
Sterzing und seine Bergwelt - drei Wanderungen zum Abschluss unserer Reise
Zum Ausklang unserer Reise verschlug es uns nach Sterzing. Das Städtchen am Brenner mit seiner historischen Innenstadt und der perfekten Ausgangslage für Wanderungen gefiel uns sehr.
Der Zwölferturm prägt das Stadtbild von Sterzing und trennt Altstadt und Neustadt voneinander.
Wir entschieden uns für ein kleines Boutiquehotel in der Stadt. Besonders begeistert hat uns das Frühstück. Es war mit viel Liebe zum Detail angerichtet, bot eine schöne Auswahl und eine Atmosphäre, in der man morgens gerne etwas länger sitzen bleibt.
Kulinarischer Start in den Tag
In den drei Tagen zog es uns vor allem hinaus in die Natur. Wir unternahmen drei Wanderungen und entdeckten dabei die wunderschöne Bergwelt um Sterzing. Jede Tour hatte ihren eigenen Reiz: beeindruckende Ausblicke, blühende Wiesen und Almen zum Einkehren und jeden Tag wurden unsere Touren etwas anspruchsvoller.
Wanderung1: Von Maiern zur Stadlalm
Los ging es am Bergbaumuseum im Ortsteil Maiern. Das Museum war leider geschlossen, aber schon die Außenanlage hat uns beeindruckt.
Außenanlage des Bergbaumuseums Maiern
Für den Aufstieg wählten wir den breiten, gleichmäßig ansteigenden Weg ins Lazzacher Tal, während wir auf dem Rückweg den deutlich steileren Lehrpfad, vorbei an den alten Bergwerks-Anlagen nahmen.
Almhütten, Wälder und Berge begleiten den Weg zur Stadlalm im Lazzacher Tal.
Wälder, Wiesen, weite Ausblicke und der plätschernde Bach wechseln sich ab. Nach rund 45 Minuten und knapp 215 Höhenmetern erreichten wir die Stadlalm auf 1.630 Meter Höhe. Dort genossen wir die Sonnenterrasse und die leckeren Käspressknödel.
Wanderung von Maiern zur Stadlalm
Der steinige Rückweg über den Lehrpfad erwies sich als deutlich beschwerlicher. Wer es etwas gemütlicher angehen möchte, sollte denselben Weg wie beim Aufstieg zurücknehmen
Auf dem Lehrpfad führt der Weg stellenweise über steinige und steilere Passagen.
Wanderung 2: Von der Prantner-Alm zur Hühnerspielhütte
Unsere zweite Tour startete an der Prantneralm (1800 hm). Ein breiter Weg mit herrlichen Ausblicken ins Wipptal führte uns auf und ab zur Hühnerspielhütte (1.868 m).
Blick von der Prantneralm ins Wipptal
Oben angekommen, reicht der Blick weit über die umliegende Bergwelt bis zu den markanten Tribulaunen über dem Pflerschtal. Für uns war es vor allem die Kombination aus der relativ kurzen Wanderung und dem großartigen Bergpanorama, die diese Tour so reizvoll machte.
Wanderung 3: der Drei-Almen-Rundweg
Unsere letzte Rundwanderung führte von Obertelfes zunächst zur Freundalm (1.735 m). Hier genossen wir nicht nur eine wunderschöne Aussicht, sondern auch einen phänomenalen Kaiserschmarrn und Butterbuchteln.
Kaiserschmarrn auf der Freundalm – eine verdiente Einkehr bei unserer Wanderung im Ridnauntal
Ganz ehrlich: Mir hätte die Wanderung bis zur Freundalm eigentlich schon gereicht. Da die Ochsenalm an diesem Tag geschlossen war, ließen wir sie kurzerhand aus und gingen über den Ridnauner Höhenweg direkt weiter zur Kuhalm. Für mich ein guter Kompromiss. Unterwegs begegneten uns neben den Kühen auch frei herumlaufende Pferde – ein wunderschöner Anblick in dieser herrlichen Berglandschaft.
Blick vom Ridnauner Höhenweg zur Kuhalm
Von der Kuhalm ging es schließlich durch den Telfer Wald zurück nach Obertelfes. Allerdings sollte man die als mittelschwer eingestufte Tour nicht unterschätzen. Es geht über längere Strecken stetig bergauf – und später ebenso stetig wieder bergab. Gerade das letzte Stück empfanden wir als ziemlich anstrengend, da der Weg teilweise sehr geröllig war. Festes Schuhwerk und etwas Kondition sind auch hier auf jeden Fall von Vorteil.
Ravensburg – eine schöne Altstadt, die viele noch nicht kennen
Nach unseren Tagen in Sterzing führte uns die Reise noch nach Ravensburg. Wir hatten dort etwas zu erledigen und schauten uns bei dieser Gelegenheit die Stadt ein wenig an.
Ravensburg mit historischer Altstadt
Ravensburg ist vor allem für seine gut erhaltene historische Altstadt mit ihren charakteristischen Türmen, Toren und schönen Bürgerhäusern bekannt. Beim Bummel durch die Innenstadt trifft man immer wieder auf kleine Plätze, historische Fassaden und gemütliche Gassen. Wenn man in der Region unterwegs ist – beispielsweise am nahegelegenen Bodensee –, lohnt sich ein Abstecher nach Ravensburg absolut.
Café Anna Rosa – ein süßer Zwischenstopp auf dem Heimweg
Eine letzte Entdeckung auf dem Heimweg möchten wir auf keinen Fall unerwähnt lassen: das Café Anna Rosa. Zwischen Rosen und Petunien sitzt man hier in einem verwunschenen Garten, wie in einer anderen Welt. Und dann erst die Kuchen und Torten – einfach fantastisch. Wir hatten Glück und ergatterten noch ohne Reservierung den allerletzten Platz im Freien - ein schöner Zwischenstopp auf dem Weg nach Hause.
Verwunschener Garten des Café Anna Rosa in Perouse
So ging eine abwechslungsreiche Reise zu Ende und einmal mehr hat sich für uns gezeigt: Der Weg ist das Ziel.