Burgensteig-Wanderung: Schloss Alsbach zum Schloss Auerbach
An der Bergstraße gibt es jede Menge Burgen und Burgruinen, die auf dem Burgensteig Bergstraße miteinander verbunden sind. Auf der Suche nach kurzen, schönen Wanderungen mit viel Abwechslung, haben wir uns aufgemacht, den Burgensteig zu erkunden.
Etappe 3: Wandern auf dem Burgensteig Bergstraße
Unsere Etappe führt uns vom Alsbacher Schloss, einer geschichtsträchtigen Ruine, direkt hinein in den Naturpark Bergstraße – ideal für eine entspannte Halbtagestour.

Schloss Alsbach
Wir starten am Wanderparkplatz Herzog-Ulrich-Ruhe. Das Alsbacher Schloss liegt 260 Meter oberhalb des gleichnamigen Ortes und ist durch den Laubwald schnell erreicht. Genau genommen handelt es sich aber gar nicht um ein echtes Schloss, sondern um die Ruine der um 1235 errichteten Burg Bickenbach. Nachdem die Burg mehrfach ihre Besitzer wechselte und durch einen Brand 1463 fast vollständig zerstört wurde (um kurz danach wieder aufgebaut zu werden), verfiel sie im 18. Jahrhundert nach und nach.
Dank des Engagements eines Fördervereins ist das Alsbacher Schloss heute weit mehr als eine verfallene Burg: Es ist ein beliebtes Ausflugsziel mit Burgturm, Burgschänke und ein bekannter Veranstaltungsort für Feste, Märkte und Kinder-Ritterfeste.

Entdeckungen rund um Schloss Alsbach
Ob Kräutergärten, historische Schmiede oder tierische Burgbewohner – die Ruine Alsbacher Schloss bietet trotz ihrer verfallenen Innenräume eine lebendige Atmosphäre für die ganze Familie.

Stück für Stück erkunden wir die Anlage. Innenräume gibt es zwar keine mehr zu besichtigen, das macht aber nichts. Im Eingangsbereich und in der Vorburg sind kleine Kräutergärten angelegt, teils mit historischen Kräutern nach Hildegard von Bingen und Karl dem Großen. Außerdem ein kleiner Wingert und ein Rosarium. Das Highlight für alle Kinder und Fotograf`*innen sind am heutigen Tag die Hühner und das Pfauenpaar Coletta und Edgar. Sie gehören zur Burgschänke, bewegen sich frei und inspizieren die Burganlage.
Die Burgschänke befindet sich ebenfalls in der Vorburg. Sie ist nicht all zu groß, aber man kann reservieren und schon früh im Jahr gibt es zusätzliche Sitzmöglichkeiten an rustikalen Holztischen und Bänken im Freien.
Entlang massiver Mauern, die mit Zinnen versehen sind, führt ein schmaler Weg rund um die Anlage. Hinweis: Aufgrund von Mauersanierungen kann es punktuell zu Sperrungen kommen, ansonsten ist die Ruine frei zugänglich. Ein Tor führt direkt in den Innenhof, in dem ein historischer Lagerplatz und eine Schmiede zu finden sind. Besonders lebendig wirkt dieser Ort bei Mittelaltermärkten, wenn Handwerker ihr traditionelles Können präsentieren.

Der 19 Meter hohe Bergfried dient heute als Aussichtsturm. Wer den Panoramablick genießen möchte, gelangt nach Entrichtung des Wegezolls über eine enge, etwas düstere Holzwendeltreppe sowie eine Steintreppe direkt zur Plattform.
Waldspielplatz und Picknick am Alsbacher Schloss
Direkt unterhalb der Burganlage laden ein weitläufiger Waldspielplatz und zahlreiche Picknickplätze dazu ein, die Wanderung für eine Pause in der Natur zu unterbrechen.
Ist der Anstieg zum Alsbacher Schloss geschafft, führt die Route weiter auf dem sogenannten „Comoden Weg“, der das Alsbacher mit dem Auerbacher Schloss verbindet. Der Weg ist übrigens kinderwagengeeignet!

Am Spielplatz informiert auch eine Schautafel über Flora und Fauna der Landschaft. Wir machen uns ein wenig schlau und erfahren, dass neben der weitverbreiteten Rotbuche eine Reihe anderer Laub- und Nadelhölzer in der Gegend zuhause sind und es sich deshalb um eine herausragende Naturlandschaft handelt, die zum europäischen Schutzgebiet NATURA 2000 erklärt wurde.

Fragt sich nur, weshalb der Wald an manchen Stellen so unaufgeräumt wirkt? Auch darauf finden wir eine Antwort: "Nirgendwo finden so viele Tierarten ein Zuhause, wie im absterbenden oder bereits abgestorbenen Holz. Insekten, höhlenbrütende Vögel und Waldfledermäuse fühlen sich hier wohl". Aha, jetzt sehen wir die herumliegenden Baumstämme, die ihre kahlen Äste in die Himmel strecken, abgebrochene Äste und bizarres Gestrüpp mit anderen Augen.
Kinderwagen-Route von Schloss Alsbach nach Schloss Auerbach
Auf befestigtem Boden führt der Weg nahezu eben vom Alsbacher zum Auerbacher Schloss. Ideal für Familien mit Kinderwagen.

Noch tragen die Bäume kein Laub und wir genießen die ersten wärmenden Sonnenstrahlen, die durch die lichten Baumkronen dringen.
Ab und zu gibt der Wald den Blick in die Rheinebene frei. Mit etwa 6 Kilometern Länge ist die Strecke perfekt geeignet für eine entspannte Wanderung. Auf befestigtem Boden führt der Weg nahezu eben vom Alsbacher zum Auerbacher Schloss; nach knapp zwei Stunden ist die herrschaftliche Burg erreicht.
📍 Tourenvarianten
- Komfort-Variante: Mit dem PKW direkt zum Parkplatz Schloss Alsbach. Von dort führt der „Comode Weg“ (kinderwagentauglich) direkt zum Auerbacher Schloss und wieder zurück.
- Abstecher nach Zwingenberg: Nach der halben Strecke führt eine Beschilderung (2,2 km) in den idyllischen Ort Zwingenberg. Von dort geht es über den Blütenweg zurück nach Alsbach.
TIPP: Spaziergang durch Zwingenberg
Schloss Auerbach: Wahrzeichen der Bergstraße
Die „Feste Urberg“ auf dem 345 Meter hohen Auerberg gilt als eine der modernsten und bedeutendsten Burganlagen ihrer Zeit und ist heute eine der beliebtesten Ausflugsziele der Region.

Schloss Auerbach thront auf dem Auerberg (345 m )
Auf dem Auerberg liegt die im 13. Jahrhundert erbaute „Feste Urberg“. Ursprünglich als mächtige Befestigung geplant, sicherte sie die südlichen Besitztümer der Grafen zu Katzenelnbogen und wurde im Laufe der Jahrhunderte zu einer Anlage ausgebaut, die als uneinnehmbar galt.
Im 17. Jahrhundert konnte sich die Burg ihrer Feinde jedoch nicht mehr erwehren; sie wurde gestürmt und belagert. Von da an verfiel das Gemäuer sukzessive, bis sich schließlich die hessische Denkmalpflege ihrer annahm und für den Erhalt sorgte.
Heute zählt das Schloss Auerbach zu den Top-Sehenswürdigkeiten an der Bergstraße und wurde für seine historische Bedeutung bereits mehrfach ausgezeichnet.
Zeitreise durch das Mittelalter
Wer tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, findet auf Schloss Auerbach ein besonderes Highlight: Einen innovativen Telefon-Guide, der die Burgruine lebendig werden lässt.

Märchenhaft wurzelt auf Schloss Auerbach eine über 300 Jahre alte Kiefer im Mauerwerk
In den alten Gemäuern lässt es sich wunderbar in vergangene Zeiten abtauchen. Anstelle klassischer Hinweistafeln führen vier Hörstationen direkt vor Ort durch die Burganlage. Wer sein Handy dabei hat, erfährt über die Telefon-Guides spannende Hintergründe zu den Bauphasen, der Geschichte und dem ehemaligen Aussehen der Festung – direkt am jeweiligen Standort.
Doch auch ohne den digitalen Guide ist es faszinierend, die eindrucksvolle Ruine auf eigene Faust zu erkunden. Ein wichtiger Hinweis für alle Besucher: Genau wie beim Alsbacher Schloss gibt es auch auf Schloss Auerbach keine Innenräume zu besichtigen, das Burgenerlebnis findet im Freien statt:
Die dreieckige Burganlage mit ihren gewaltigen Mauern, Zwingern und Wehrtürmen war für die damalige Zeit wehrtechnisch einmalig. Auch Wohn- und Küchengebäude, ein repräsentativer Palas, Marstall, Schmiede und eine Burgkapelle waren vorhanden und verliehen der Burg solche Strahlkraft, dass die Grafen häufiger hier verweilten. So entstand die Bezeichnung: Schloss Auerbach.
Immer noch umschließen gewaltige Mauerreste mit Schießscharten und Wehrgänge die Kernburg und die Innenhöfe, verwinkelte Geheimgänge führen in die Tiefe und architektonische Besonderheiten wie der Neidkopf über dem Erker, gotische Fenster oder ein freigelegter Brunnen gibt es außerdem zu entdecken.
Höhepunkt des Rundgangs ist die Schildmauer mit den beiden Rundtürmen. Von hier oben bietet sich eine herrliche Rundumsicht in den Odenwald und über die Rheinebene bis zur Pfalz. Und noch ein Highlight gibt es in luftiger Höhe zu bestaunen: eine alte Kiefer! Vor über 300 Jahren muss sich ein Samen in die brüchige Mauer eingenistet und Wurzeln geschlagen haben. Die Kiefer mit ihren knorrigen Wurzeln ist ein echtes Unikum, auch wenn sie aufgrund der kargen Lebensbedingungen für ihre Alter eher klein blieb.
Mittelalterliches Flair auf Schloss Auerbach
Für eine kleine Stärkung lädt der Kiosk mit seinen Sitzplätzen im Freien ein. Wer es etwas exklusiver mag, findet im Burgrestaurant ein historisches Ambiente, in dem Gäste beim „Rittermahl“ speisen können wie im Mittelalter.
Ein Kiosk mit Sitzmöglichkeiten im Freien und das Burgrestaurant laden zum Verweilen ein
Ein besonderes Erlebnis sind zudem die regelmäßig stattfindenden Freilichtaufführungen: Gaukler, Ritter, Musikanten und Narren sorgen hierbei für eine authentische, mittelalterliche Stimmung.
Ganz im Hier und Jetzt treten wir nach unserem Besuch den Rückweg an. Über Stock und Stein führt uns der Burgensteig hinab nach Bensheim-Auerbach. Von der Haltestelle „Otto-Beck-Straße“ gelangen wir schließlich bequem mit dem Bus zurück zu unserem Ausgangspunkt in Alsbach.
Nützliche Hinweise + Tourendaten
Variante 1: Rundweg 7,5 km Kombination Burgensteig/Blütenweg
Schloss Alsbach - Zwingenberg - Alsbach
Variante 2: Burgensteig 9,5 km - zurück mit dem Bus
Alsbach - Schloss - Schloss Auerbach
Variante 3: Kinderwagen geeignete Strecke
Mit dem PKW zum Schloss Alsbach, weiter (und zurück!) auf dem Comoden-Weg Richtung Auerbacher Schloss ca 12 km
Burgensteig: Der „Burgensteig Bergstraße“ ist mit dem Symbol einer blauen Burg auf weißem Grund gekennzeichnet.
Blütenweg: Dieser Wanderweg verläuft ungefähr auf halber Höhe unterhalb des Burgensteigs, ist mit einem gelben „B“ markiert und bietet sich in Kombination mit dem Burgensteig für eine Rundwanderung an
Öffnungszeiten:
Schloss Alsbach: täglich 10-17 Uhr, Eintritt frei, Parkmöglichkeiten
Auerbacher Schloss: täglich 10-17 Uhr, Eintritt Parkmöglichkeiten
Dieser Artikel ist ein redaktioneller Beitrag. Keine bezahlte Werbung Die Angaben sind ohne Gewähr
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