Städtetrip Rotterdam: Sehenswürdigkeiten, Architektur, Kunst & Hafen

Blick auf Rotterdam von der Regentessebrug mit moderner Architektur

Vieles, was wir über Rotterdam gelesen hatten, machte uns neugierig. Wir wollten die Stadt kennenlernen und legten während unserer Holland-Reise einen Zwischenstopp ein, um Rotterdam und Delft zu besichtigen - zwei benachbarte Städte, die gegensätzlicher kaum sein könnten.

Rotterdam - eine Stadt der Zukunft

Früher wäre kaum jemand auf die Idee gekommen, eine Städtereise nach Rotterdam zu unternehmen. Die Hafenstadt galt als wenig attraktiv. Das hat sich gewaltig verändert! Rotterdam, die zweitgrößte Stadt der Niederlande war für uns eine Überraschung. Statt Grachtenromantik und historischen Giebelhäusern erwarteten uns moderne Architektur, Kunst im öffentlichen Raum, Wolkenkratzer, coole Einkaufsmöglichkeiten, hippe Cafés, Bars und einen der größten Häfen der Welt.

Hochhaus De Rotterdam und Skyline am Wilhelminapier
"De Rotterdam" ist das höchste Gebäude der Stadt

Rotterdam entdecken - unsere Route

Für unseren Kurztrip in die Niederlande hatten wir uns Delft als Standort ausgesucht. Von hier wollten wir einen Tag im benachbarten Rotterdam verbringen – zwei Städte, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Rotterdam lässt sich gut zu Fuß erkunden. Viele bekannte Sehenswürdigkeiten liegen im Zentrum relativ nah beieinander. Unsere Tour führte uns vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt zur 'Markthal' und den Kubushäusern, weiter zum Oude Haven und in Richtung Museumpark. Später ging es zur Erasmusbrücke und zum Wilhelminapier und schließlich bei einer Hafenrundfahrt hinaus aufs Wasser. Wer mehr Zeit mitbringt, kann die einzelnen Stationen natürlich wesentlich entspannter miteinander verbinden und unterwegs Museen oder weitere Stadtviertel einplanen. Alle Stationen unserer Tour haben wir euch in der Karte am Ende des Artikels markiert.

Containerschiffe und Hafenanlagen im Hafen von Rotterdam
Hafenrundfahrt in Rotterdam

Der Hauptbahnhof - Rotterdam Centraal

Einer der Gründe Rotterdam zu besuchen, ist für uns, die kreative Architektur, die einem überall in der Stadt begegnet. Natürlich sind vielerorts auch typische Nachkriegsbauten zu sehen, denn Rotterdam wurde im Krieg stark zerstört, aber gerade im Zentrum und rund um den Hafen zeigt die Stadt ihre moderne Seite. Zum einen sind es futuristische Bauwerke, wie die Kubus Häuser, die uns begeisterten, zum anderen gigantische Wolkenkratzer, die Rotterdam die Ausstrahlung einer Metropole verleihen. Schon der Hauptbahnhof vermittelt einen ersten Eindruck von der modernen Architektur in Rotterdam.

Moderne Fassade des Hauptbahnhofs Rotterdam Centraal
Täglich nutzen über 110.000 Fahrgäste den neuen Bahnhof von Rotterdam

Der Bahnhof Rotterdam Centraal wurde 2014 eröffnet. Besonders markant ist die zum Zentrum gerichtete Fassade aus Glas und Stahl mit ihrem weit vorspringenden Dach. Im Inneren sorgen viel Glas und Holz für eine überraschend helle und freundliche Atmosphäre. Uns gefiel besonders der großzügige Bahnhofsvorplatz. Autos und Fahrräder verschwinden größtenteils unter der Erde, sodass der Weg vom Bahnhof direkt und ohne großes Verkehrschaos ins Stadtzentrum führt.

Markthalle Rotterdam Marktstände, Geschäfte, Parken und Kunst unter einem Dach

Wer zum ersten Mal in Rotterdam unterwegs ist, kommt an der modernen Architektur kaum vorbei. Zwei der bekanntesten Beispiele liegen nur wenige Schritte voneinander entfernt: die gelben Kubushäuser und die Markthal.

Hufeisenförmige Markthal Rotterdam mit großer Glasfassad
Die Markthalle liegt im Zentrum von Rotterdam

Die Markthal wurde von Winy Maas und Iris Roskam entworfen und gehört inzwischen zu den Wahrzeichen Rotterdams. Schon von außen fällt das hufeisenförmige Gebäude mit seinen riesigen Glasfronten auf. Besonders ungewöhnlich: In den Seiten und im Dach des Gebäudes befinden sich Wohnungen.

Blick in die Markthal Rotterdam mit dem Deckenkunstwerk Horn of Plenty
Das kunstvolle Deckengemälde der Markthalle der niederländischen Künstler Arno Coenen und Iris Roskamp zieht alle Blicke magisch auf sich

Noch auffälliger wird es im Inneren. Über den Marktständen spannt sich das farbenfrohe Kunstwerk „Horn of Plenty" („Das Horn der Fülle") mit überdimensionalen Früchten, Blumen, Insekten und anderen Motiven. Darunter reihen sich Markt- und Imbissstände mit Käse, Obst, Gewürzen, Süßigkeiten und internationalen Spezialitäten aneinander. Für uns war die Markthal deshalb weniger ein klassischer Markt als eine Mischung aus Architektur-Sehenswürdigkeit, Food-Halle und Treffpunkt.

Käsestand in der Markthal Rotterdam
Schlemmen in der Markthalle

Kubushäuser - Rotterdam von seiner schrägen Seite

Direkt gegenüber der Markthal stehen die berühmten gelben Kubushäuser (Kubuswoningen). Der niederländische Architekt Piet Blom entwarf die auf die Spitze gestellten Würfel als Teil einer Wohnanlage. Die einzelnen Häuser sollen Baumkronen darstellen, während die darunterliegenden Pfeiler die Baumstämme symbolisieren. Von außen hatten wir uns schon gefragt, wie man in einem Haus mit so vielen schrägen Wänden überhaupt wohnen kann. Deshalb wollten wir uns eines der Kubushäuser auch von innen ansehen.

Gelbe, auf der Spitze stehende Kubushäuser des Architekten Piet Blom in Rotterdam
Die Kubushäuser stammen aus den 1980-er Jahren

Im Kijk-Kubus (Kubusmusuem) ist ein Haus komplett eingerichtet und für Besucher zugänglich. Erst drinnen wird deutlich, wie ungewöhnlich die Konstruktion tatsächlich ist. Die Räume verteilen sich auf mehrere Ebenen, überall verlaufen Wände und Fenster schräg und so manche Ecke ist deutlich kleiner, als sie von außen vermuten lässt. Wer einmal in einem Kubushaus schlafen möchte, kann sich ins Kubus Hostel Styokyay einquartieren.

Innenansichten eines Kubushauses in Rotterdam mit schrägen Fenstern und Küche
Ein Kubushaus verfügt über 100 Quadratmeter Wohnfläche, meist auf zwei Etagen

Sobald man das Haus betritt, muss man sich daran gewöhnen, dass alle Wände schräg sind. Und wenn man die obere Hälfte des Gebäudes erreicht hat, sollte man auf jeden Fall darauf achten, sich nicht den Kopf anzustoßen. Für uns gehörte die Besichtigung zu den interessantesten Stationen unseres Rundgangs – nicht zuletzt, weil man die ungewöhnliche Architektur hier einmal aus der Perspektive der Bewohner erlebt.

Oude Hafen (alter Hafen) & Witte Huis

Nur wenige Schritte von den Kubushäusern entfernt verändert sich die Atmosphäre. Im Oude Haven liegen historische Schiffe im Wasser, an den Kais befinden sich Cafés und Restaurants und zwischen den modernen Gebäuden taucht plötzlich das weiße Witte Huis auf.

Oude Haven Rotterdam mit historischen Schiffen und Witte Huis
Blick auf den Alten Hafen und das Witte Huis

Das 1898 fertiggestellte Gebäude war mit seinen rund 43 Metern für damalige Verhältnisse außergewöhnlich hoch und gilt als eines der ersten Hochhäuser Europas. Uns gefiel gerade dieser Kontrast. Nach Markthal und Kubushäusern zeigt Rotterdam am Oude Haven eine ganz andere, fast nostalgische Seite.

Kunst & Architektur im Museumspark

Rotterdam ist nicht nur für Architektur, sondern auch für seine Kunstszene bekannt. Rund um den Museumpark befinden sich mehrere Museen und Kultureinrichtungen. Schon beim Spaziergang durch die Stadt begegneten uns außerdem immer wieder Skulpturen und Kunstwerke im öffentlichen Raum. Besonders auffällig ist ein Gebäude, das selbst fast wie ein Kunstobjekt wirkt.

Depot Boijmans Van Beuningen – die verspiegelte Schüssel

Mit seiner runden Form und der komplett verspiegelten Fassade ist das Depot Boijmans Van Beuningen kaum zu übersehen. Die gebogenen Glasflächen spiegeln Bäume, Gebäude und Himmel – und verändern ihr Aussehen dadurch ständig. Das Besondere befindet sich jedoch im Inneren. Das Depot wurde als öffentlich zugängliches Kunstdepot konzipiert. Anders als in einem klassischen Museum geht es hier auch darum zu zeigen, wie Kunstwerke gelagert, gepflegt und restauriert werden. Aktueller Hinweis: Das eigentliche Museum Boijmans Van Beuningen ist wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten derzeit geschlossen. Das Depot kann weiterhin besucht werden und bietet neben Einblicken in die Sammlung auch wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen.

Das verspiegelte, schüsselförmige Depot Boijmans Van Beuningen im Museumpark Rotterdam
Das Depot Boijmans Van Beuningen ähnelt einer riesigen, verspiegelten Schüssel

Nicht nur das Gebäude ist einzigartig, auch sein Innenleben. Das Depot Boijmans Van Beunigen ist das weltweit erste öffentlich zugängliche Kunstdepot. Die Idee dahinter ist, die Kunstgegenstände hochwassersicher, in unmittelbarere Nachbarschaft des Museums unterzubringen und sie öffentlich zugänglich zu machen. Seit 2021 lagern rund 151.000 Kunstwerke säuberlich nach Fachgebieten sortiert und perfekt temperiert im neuen Depot und können im Rahmen von Führungen und Veranstaltungen besichtigt werden. Auch bei Restaurierungen kann zugeschaut werden. Bei unserem Besuch fanden wir nicht nur das Gebäude spannend. Besonders empfehlen können wir den Weg hinauf zur Dachterrasse. Von dort öffnet sich ein weiter Blick über Rotterdam und seine Skyline. TIPP: Karten unbedingt vorher übers Internet reservieren

Kirchen in Rotterdam

Wie in jeder großen Stadt gibt es auch in Rotterdam jede Menge traditionelle Kirchen. Die bedeutendste Kirche Rotterdams ist die Laurenskerk (Laurentiuskirche). Die "Große Kirche" ist das einzig erhaltene Gebäude aus dem Mittelalter. Möchte man sie besichtigen oder die Aussicht vom Kirchturm aus genießen, muß man Eintritt bezahlen. Eine ganz andere Art Kirche ist die Pauluskirche.

Bronzefarbene Pauluskirche mit moderner Architektur in Rotterdam
Blick auf die Pauluskirche Rotterdam

Das futuristische Gebäude der Pauluskirche hat so gar nichts mit unserer Vorstellung einer Kirche gemein. Der bronzefarbene Bau mit den dreieckigen Fenstern wurde vom englischen Architekten Will Alsop entworfen und 2013 eingeweiht. Die Kirche unterstützt Menschen, die Hilfe brauchen, wie Obdachlose, Drogenabhängige, Flüchtlinge und Süchtige. Sie beherbergt einen großen multifunktionalen Kirchensaal und Räume für soziale und diakonische Arbeit.

Kunst begegnet einem in Rotterdam auch auf der Straße

Moderne Skulpturen, Street-Art-Wandgemälde und Denkmäler – für Kunst muss man in Rotterdam nicht unbedingt ein Museum betreten. Im Stadtgebiet stehen zahlreiche Skulpturen und Installationen internationaler Künstler. Ein guter Wegweiser durch die Kunstlandschaft ist die kostenlose App „Rotterdam Routes" (rotterdamroutes.nl) Die App bietet Routenpläne für Kunst- und Architektur-Spaziergänge/Radtouren sowie für die künstlerischsten Viertel der Stadt. Eine 3,5 km lange Kunstroute führt gezielt zu 30 Skulpturen internationaler Künstler. Die Standorte haben wir in der Karte (unten) markiert.

Farbenfrohes Marathonbeeld nahe der Erasmusbrücke in Rotterdam
Die Marathon Skulptur 2001 (MARATHONBEELD) Rotterdam

Auf unserem Rundgang kamen wir beispielsweise am farbenfrohen Marathonbeeld in der Nähe der Erasmusbrücke vorbei. Auch Werke wie „Kaskade" des Atelier Van Lieshout oder „Sylvette", die nach einem Modell Picassos entstand, gehören zur Kunst im öffentlichen Raum.

Skulpturen Kaskade und Sylvette im öffentlichen Raum in Rotterdam
Wer in Rotterdam unterwegs ist, wird immer wieder auf Skulpturen stoßen. Links Kaskade rechts Sylvette

Wir fanden diese Kunstwerke vor allem deshalb interessant, weil sie sich ganz selbstverständlich in das moderne Stadtbild einfügen. Wer Rotterdam zu Fuß erkundet, entdeckt unterwegs immer wieder neue Arbeiten.

Euromast - Rotterdam von oben

Wer Rotterdam noch einmal aus einer anderen Perspektive erleben möchte, kann den 185 Meter hohen Euromast besuchen. Der Aussichtsturm gehört seit Jahrzehnten zur Skyline der Stadt. Von oben reicht der Blick über das Stadtzentrum, die Nieuwe Maas und weit hinein in das Hafengebiet. Damit bietet der Euromast einen guten Überblick über eine Stadt, deren Dimensionen man vom Boden aus manchmal kaum wahrnimmt.

Euromast Rotterdam mit Aussichtsplattform und Blick vom Wasser
Abseilen vom Euromast Rotterdam

Unterhalb der Aussichtsplattform lässt sich die Fernsicht vom Restaurant aus 96 Meter Höhe genießen. Für alle, die etwas mehr Nervenkitzel suchen, werden zeitweise auch besondere Aktivitäten am Turm (von Mai bis September) angeboten. Für uns wäre allerdings schon der Blick über Rotterdam Grund genug für einen Besuch.

Erasmusbrücke - Rotterdams Wahrzeichen an der Maas

Kaum ein Bauwerk steht so sehr für Rotterdam wie die Erasmusbrücke. Elegant spannt sich die weiße Schrägseilbrücke über die Nieuwe Maas und verbindet das Stadtzentrum mit Kop van Zuid.

Die weiße Schrägseilbrücke Erasmusbrug, genannt der Schwan, über die Maas in der Skyline von Rotterdam.
Erasmusbrücke Rotterdam

Ihr asymmetrischer Pylon erinnert an einen Schwanenhals und brachte der Brücke den Spitznamen „De Zwaan" – der Schwan – ein. Für uns gehört die Erasmusbrücke zu den schönsten Fotomotiven der Stadt. Gleichzeitig ist sie aber weit mehr als eine Sehenswürdigkeit: Wer sie überquert, gelangt in einen Teil Rotterdams, in dem sich die Geschichte der Hafenstadt besonders gut mit ihrer modernen Architektur verbindet.

Kop van Zuid und Wilhelminapier

Auf der anderen Seite der Erasmusbrücke liegt Kop van Zuid mit dem Wilhelminapier. Wo früher Hafenanlagen das Bild bestimmten, ragen heute moderne Hochhäuser in den Himmel.

Historisches Hotel New York am Wilhelminapier in Rotterdam
Hotel "New York" Rotterdam

Dazwischen hat sich ein Stück Rotterdamer Hafengeschichte erhalten: das Hotel New York. Das historische Gebäude war früher Sitz der Holland-Amerika-Linie. Von hier brachen unzählige Menschen mit dem Schiff Richtung Amerika auf. Heute bildet das Gebäude einen spannenden Kontrast zu den Hochhäusern ringsherum. Gerade diese Mischung hat uns am Wilhelminapier besonders gefallen. Alte Hafengebäude stehen neben moderner Architektur, Kreuzfahrtschiffe legen in unmittelbarer Nähe der Skyline an und überall erinnert etwas an die maritime Vergangenheit der Stadt.

Hafenrundfahrt - Rotterdam vom Wasser aus erkunden

Zu Rotterdam gehört der Hafen. Deshalb wollten wir die Stadt nicht nur zu Fuß, sondern auch vom Wasser aus kennenlernen. Der Rotterdamer Hafen erstreckt sich vom Stadtgebiet über mehr als 40 Kilometer bis Richtung Nordsee und ist der größte Hafen Europas. Bei einer klassischen Hafenrundfahrt sieht man davon natürlich nur einen kleinen Ausschnitt. Wir entschieden uns trotzdem für die Bootstour.

Hafenrundfahrt durch den Rotterdamer Hafen
Hafenrundfahrt Rotterdam

Schon der Blick vom Wasser auf die Erasmusbrücke und die Hochhäuser am Wilhelminapier lohnt sich. Später verändert sich die Kulisse und Containerterminals, Docks, Frachtschiffe und Industrieanlagen bestimmen das Bild.

Hochhäuser am Wilhelminapier bei einer Hafenrundfahrt in Rotterdam
Die Hafenrundfahrt Rotterdam führt am Wilhelmina-Pier mit seinen Wolkenkratzern vorbei

Von der Innenstadt ziehen sich verschiedene Hafenbecken hinaus bis zur Nordsee. Obwohl wir nur einen kleinen Teil des Hafens sehen konnten, haben wir einen guten Eindruck von den Dimensionen des Hafens bekommen. Allerdings hätten wir uns während unserer Tour an manchen Stellen etwas mehr Informationen gewünscht. Trotzdem würden wir eine Hafenrundfahrt wieder einplanen. Gerade wenn man Rotterdam zum ersten Mal besucht, gehört der Blick vom Wasser für uns einfach dazu. TIPP: Um lange Wartezeiten und Menschenmengen zu vermeiden, lohnt es sich, früh zu sein.

Shipping and Transport College am Hafen von Rotterdam

Ein Hingucker in silber-blau markiert die Einfahrt zum Stadtzentrum. In dem auffälligen Gebäude ist die Schule für Schifffahrt und Transport (STC) untergebracht.

Ehemaliger Luxusliner ss Rotterdam im Hafen von Rotterdam Der ehemalige Luxusliner der Holland-Amerika-Linie ist heute ein Hotel mit Restaurants

Leuvehaven & Maritiem Museum – maritime Nostalgie mitten in der Stadt

Unbedingt einen Abstecher wert ist der Leuvehafen. Der älteste Seehafen von Rotterdam befindet sich nur wenige Schritte von der Erasmusbrücke und der Anlegestelle für Hafenrundfahrten entfernt. Unerwartet empfängt uns maritime Nostalgie. Schöne alte Boote und viel Historisches gibt es zu sehen. Das frei zugängliche Gelände ist Teil des Maritim Museum.

Historische Schiffe im Außenbereich des Maritiem Museum Rotterdam
Außenbereich Maritim Museums Rotterdam

Wer tiefer in die Geschichte der Seefahrt und den Hafen eintauchen möchte, kann das im Maritiem Museum. Auf zwei Etagen werden über eine Million Ausstellungsstücke gezeigt. Und verschiedene (inter-)aktive Angebote richten sich speziell an Kinder. Im Umfeld des alten Hafens haben sich Bars, Restaurants und ein Bootshotel niedergelassen. Auch ein ausgedientes Schiff hat es zu neuen Ehren gebracht. Bewirtet werden Gäste an Bord mit Drinks und Snacks.

Historischer Leuchtturm und Kräne am Maritiem Museum Rotterdam
Ein Leuchtturm und alte Kräne im Maritim Museum. Kinder können mit kleinen Booten fahren

Einkaufen in Rotterdam cool - flippig - stylisch

Wer alle Sehenswürdigkeiten abgeklappert und noch Zeit zum Shoppen in Rotterdam hat, wird von der Vielfalt der Angebote begeistert sein. Ob cool, flippig oder stylisch - in Rotterdam wimmelt es nur so von Einkaufsmöglichkeiten. Es gibt Shopping-Malls und Einkaufsstraßen, die jeweils ihren eigenen Charakter haben und die Geschäfte im Zentrum haben sieben Tage die Woche geöffnet.

Witte de Withstraat in Rotterdam mit Restaurants und Außengastronomie
Hippe Bars und Cafés in der quirligen Witte de Withstraat

Hier ein kleiner Shopping-Guide: Die ShoppingmeileLijnbaan" ist the Place to be für Shopping-Fans. Wer gerne bummelt ist in der Fußgängerzone genau richtig. Das Angebot reicht von Luxusmarken bis Vintage und allem dazwischen. Die „Beurstraverse" ist hinsichtlich ihrer Architektur, der einer U-Bahn ähnelt außergewöhnlich, ansonsten dominieren die üblichen Mode-Ketten das Bild. Angesagt und hipp ist das Szeneviertel Whitte Witt. Es ist vielleicht gerade das kultigste Viertel Rotterdams. Neben ein paar Läden gibt es jede Menge Bars und Restaurants und das Zentrum für zeitgenössische Kunst "Witte de With". Für Designfans und alle, die außergewöhnliche Mode suchen werden die Plätze Nieuwemarkt, Meent und Pannekoekstraat empfohlen.

Kulinarische Genüsse in Rotterdam
Kulinarische Genüsse in Rotterdam

Gründe für weitere Tage in Rotterdam

Auch nach unserem Städtetrip sind noch genügend Gründe für einen weiteren Besuch geblieben. Einige Museen und Stadtviertel haben wir damals aus Zeitgründen ausgelassen – und inzwischen sind sogar neue Kulturorte hinzugekommen. Neu in Rotterdam ist das Fenix auf Katendrecht, das 2025 in einer ehemaligen Lagerhalle der Holland-Amerika-Linie eröffnet wurde. Im Mittelpunkt stehen Geschichten rund um Migration – ein Thema, das eng mit der Geschichte der Hafenstadt verbunden ist. Schon architektonisch fällt das Museum durch die markante, spiralförmige Treppe „Tornado" auf. Seit 2026 hat außerdem das Nederlands Fotomuseum im historischen Pakhuis Santos ein neues Zuhause. Neben der umfangreichen Sammlung zur niederländischen Fotografie bietet das Museum Ausstellungen und eine öffentlich zugängliche Dachterrasse. Für uns wären beide bei einem nächsten Rotterdam-Besuch vorgemerkt – zusammen mit all den Ecken, für die bei unserem ersten Tag einfach keine Zeit mehr blieb. Besonders gerne würden wir einen Spaziergang auf den Dächern von Rotterdam unternehmen. Die Stadt hat nämlich ihre Flachdächer als zweite Ebene entdeckt und mit zu ihrer innovativen Nutzung aufgerufen. Die Dächertage „Dakendagen" und das Festival „Rooftop Walk" (Spaziergang) bieten die seltene Gelegenheit, Rotterdams Dachgärten und Dachterassen zu erkunden und die Stadt von einer ganz anderen Perspektive aus zu sehen. Rotterdam hat also viel zu bieten und ein Besuch lohnt sich öfters.

Unterwegs in Rotterdam - zu Fuß, mit dem Rad oder übers Wasser

Viele Sehenswürdigkeiten im Zentrum lassen sich gut zu Fuß miteinander verbinden. Für größere Entfernungen gibt es Metro, Straßenbahn und Busse. ( RET Tagesticket).

Fahrräder, Stadtrundfahrt und Wassertaxi als Verkehrsmittel in Rotterdam
Zu Land und zu Wasser unterwegs in Rotterdam

Typisch für Rotterdam ist außerdem das Wassertaxi. Die kleinen gelb-schwarzen Boote verbinden zahlreiche Anlegestellen entlang der Maas und machen bereits die Fahrt von einem Stadtteil zum nächsten zu einem kleinen Erlebnis. Auch mit dem Fahrrad lässt sich Rotterdam gut erkunden. Wer nur einen Tag zur Verfügung hat, kann die wichtigsten Sehenswürdigkeiten jedoch problemlos zu einem längeren Stadtrundgang kombinieren.

Wie viel Zeit sollte man für Rotterdam einplanen?

Wir hatten für Rotterdam einen Tag eingeplant und konnten in dieser Zeit erstaunlich viel sehen. Wer vor allem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennenlernen möchte, bekommt an einem Tag bereits einen guten ersten Eindruck. Entspannter sind allerdings zwei Tage. Dann bleibt Zeit für ein Museum, den Euromast, einzelne Stadtviertel oder längere Pausen in den Cafés und Restaurants. Wir haben Rotterdam mit Delft kombiniert und fanden gerade den Gegensatz zwischen beiden Städten spannend. Wer mehrere Tage in dieser Region der Niederlande verbringt, kann die beiden Städte deshalb gut miteinander verbinden.

Unser Fazit – lohnt sich ein Städtetrip nach Rotterdam?

Rotterdam ist keine niederländische Bilderbuchstadt – und gerade das macht sie interessant. Statt historischer Grachtenhäuser bestimmen moderne Architektur, Kunst, Hochhäuser und der Hafen das Stadtbild. Uns haben vor allem die Gegensätze gefallen: die futuristischen Kubushäuser neben dem Oude Haven, das historische Hotel New York vor der modernen Skyline und die kleinen alten Schiffe zwischen riesigen Hafenanlagen. Besonders in Erinnerung geblieben sind uns die Besichtigung des Kubushauses, der Blick vom Depot über die Stadt und die Hafenrundfahrt. Für uns war Rotterdam deshalb eine überraschend abwechslungsreiche Station unserer Holland-Reise. Und weil wir an einem Tag längst nicht alles gesehen haben, gäbe es bei einem nächsten Besuch noch genügend zu entdecken.

Rotterdam Sehenswürdikgeiten auf der Karte

Karte mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Rotterdam
Karte mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Rotterdam

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